Tai Chi bei Arthrose: Wie Bewegung in Zeitlupe deine Gelenke mobilisiert
Foto: Tai-Chi-Gruppe vor dem Rheinturm in Düsseldorf (KI-generiert)
Tai Chi ist für Menschen mit Arthrose eine sanfte Möglichkeit, den Körper wieder mehr in Bewegung zu bringen, ohne die Gelenke unnötig zu belasten. Die Bewegungen sind langsam und bewusst und lassen sich gut an die eigenen Gelenke anpassen. Das erleichtert den Einstieg, insbesondere wenn die Knie empfindlich geworden sind und jeder Schritt gut überlegt sein will.
Statt den Knorpel weiter abzunutzen, fordert diese traditionelle Bewegungskunst die Gelenke kontrolliert und dosiert. Genau deshalb empfehlen die großen medizinischen Fachgesellschaften heute ausdrücklich Bewegung bei Arthrose – und Tai Chi hat es dabei bis in die offiziellen Leitlinien geschafft.
Doch wie gelingt es einer traditionellen Bewegungsabfolge, diese Anerkennung zu gewinnen? Wie wirkt Tai Chi auf die Schmerzverarbeitung im Gehirn, auf die Entzündungswerte im Blut und auf die Kräfte, die bei jedem Schritt auf das Knie einwirken? Das erfährst du in diesem Beitrag.
Das Wichtigste in Kürze 🗂️
1. Die drei Wirkungsweisen bei Arthrose: Wie Tai Chi deinen Gelenken hilft
Dass Tai Chi bei Gelenkschmerzen hilft, ist wissenschaftlich gut belegt und findet inzwischen auch in den offiziellen Leitlinien Berücksichtigung. So stufte das American College of Rheumatology (ACR), die maßgebliche US-amerikanische Fachgesellschaft für Rheumatologie, Tai Chi zunächst nur als „bedingt empfohlen“, also als optionales Extra ein. 2019 erfolgte die Hochstufung zu einer „starken Empfehlung“ (Kolasinski et al., 2020). Damit steht die Bewegung in Zeitlupe heute auf derselben Stufe wie klassisches Krafttraining oder Physiotherapie.
Auch die europäische Fachgesellschaft EULAR (European Alliance of Associations for Rheumatology) empfiehlt körperliche Aktivität bei Arthrose ausdrücklich als Basis (Rausch Osthoff et al., 2026).
Die fließenden, meditativen Bewegungen des Tai Chi Chuan setzen genau an den drei Schwachstellen an, die bei Arthrose Schmerzen verursachen.
1.1 Die Mechanik: Gelenkschutz und muskuläre Stoßdämpfer
Das Hauptproblem bei einer Arthrose im Knie (Gonarthrose) ist oft die ungleiche Gewichtsverteilung. Weil bestimmte Muskeln schwach werden, prallt bei jedem Schritt zu viel Druck auf die ohnehin schon beschädigten Knorpelflächen.
- Druck aus dem Gelenk rausnehmen: Biomechanische Untersuchungen (Ganganalysen) zeigen, dass die Belastung im Knie stark davon abhängt, wie tief und wie kontrolliert du stehst.
- Das Zusammenspiel der Muskeln fördern: Beim Tai Chi bewegst du dich meist in einer leicht gebeugten, tiefen Beinhaltung. Das kräftigt den großen Oberschenkelmuskel (M. quadriceps femoris) auf sehr sanfte, haltende (isometrische) Weise. Gleichzeitig lernen die Streck- und Beugemuskeln wie ein natürlicher Stoßdämpfer zusammenzuarbeiten und die Aufprallkräfte abzufangen, noch bevor sie den Knorpel erreichen.
- Der Schwamm-Effekt: Da Knorpel nicht an den Blutkreislauf angeschlossen ist, wird er durch Druckwechsel mit Nährstoffen versorgt. Die langsamen Gewichtsverlagerungen im Tai Chi pressen die verbrauchte Flüssigkeit aus dem Knorpel heraus und saugen beim Entlasten frische, nährstoffreiche Gelenkschmiere (Synovia) wieder auf.
1.2 Das Nervensystem: Schmerzdämpfung im Gehirn
Wer seit Jahren unter Arthrose leidet, hat oft mit einem sogenannten Schmerzgedächtnis, auch zentrale Sensitivierung genannt, zu kämpfen. Das Gehirn hat gelernt, Schmerzsignale zu verstärken, wodurch die Empfindlichkeit mit der Zeit zunimmt.
Hier setzt die meditative Seite des Tai Chi an. Die volle Konzentration auf die langsamen Bewegungen lenkt die Aufmerksamkeit für die Dauer der Praxis von den Schmerzen ab. Ein zur Ruhe kommendes Nervensystem verarbeitet Schmerzsignale anders als ein aufgewühltes.
Moderne Bildgebung stützt das: In den Hirnarealen, die den Schmerz bewerten und dämpfen, verändert sich unter regelmäßiger Bewegung messbar etwas und achtsame, langsame Bewegung scheint dabei wirksamer zu sein als körperliche Aktivität allein.
Tai Chi wirkt somit nicht nur auf das Knie, sondern auch auf die Instanz, die darüber entscheidet, wie viel Schmerz überhaupt bei dir ankommt.
1.3 Die Biochemie: Entzündungen im Körper herunterfahren
Arthrose gilt heute nicht mehr als reiner „Verschleiß“, sondern auch als chronisch-entzündlicher Prozess. Vereinfacht gesagt: Über bestimmte Botenstoffe meldet der Körper dauerhaft „hier stimmt etwas nicht“, ohne dass die Reparatur je abgeschlossen wird. Dieser Dauer-Alarm greift den Knorpel weiter an und stellt die Schmerznerven im Gelenk auf „empfindlich“.
Einige dieser Botenstoffe lassen sich unkompliziert im Blut messen. Studien deuten darauf hin, dass regelmäßiges Tai Chi ihre Werte senken kann. Damit setzt Tai Chi nicht erst beim Schmerzempfinden an, sondern eine Stufe früher, nämlich dort, wo der Schmerz überhaupt entsteht.
Wenn dir diese Übersicht reicht und du direkt wissen möchtest, wie du mit Arthrose in Tai Chi einsteigst, dann springe hier zu Kapitel 3.
2. Studienübersicht: Was sagt die Wissenschaft?
Ein Blick in die medizinischen Datenbanken zeigt, dass es sehr gute Belege für die Wirksamkeit von Tai Chi bei Arthrose gibt. Im Folgenden sind die wichtigsten Meilensteine der Forschung von den Anfängen bis hin zu modernsten High-Tech-Untersuchungen aufgeführt.
Gut zu wissen – welcher Tai-Chi-Stil wurde eigentlich untersucht?
In der klinischen Forschung werden fast durchweg der Yang-Stil oder vereinfachte Übungsformen genutzt. Zum südlichen Wu-Stil, den ich unterrichte, gibt es bislang keine eigenen Studien. Es ist jedoch eine gut begründete Annahme, dass sich die Wirkprinzipien übertragen lassen – schließlich teilen alle Stile dieselbe Biomechanik der langsamen, gewichtsverlagernden Bewegung.
2.1 Klinische Studien
In klinischen Studien wurden Schmerz, Steifigkeit und physische Funktionen bei Arthrose untersucht. Dabei wurden in allen Bereichen signifikante Verbesserungen festgestellt.
2.1.1 Tai Chi auf Augenhöhe mit der Physiotherapie
Erste Hinweise auf die Wirksamkeit von Tai Chi bei Kniearthrose lieferte eine Studie vom Tufts Medical Center in Boston (Wang et al., 2009) – damals jedoch im Vergleich mit einer Kontrollgruppe, die lediglich Dehnübungen und Gesundheitsvorträge erhielt. Kritiker bemängelten zu Recht, dass das kein fairer Vergleich mit einer echten Therapie sei.
Nach 12 Wochen (zweimal wöchentlich je 60 Minuten) zeigten die Teilnehmer, die Tai Chi (Yang-Stil) praktizierten, eine deutliche Verbesserung. Der Schmerzwert sank im Vergleich zur Kontrollgruppe im Mittel um 118,80 mm. Auch die körperliche Funktion verbesserte sich klar (um 324,60 mm). Diese Werte beziehen sich auf den WOMAC-Score, einen standardisierten Fragebogen zur Erfassung von Schmerzen, Steifigkeit und Funktion bei Gelenkerkrankungen.
Neben den körperlichen Fortschritten verbesserten sich das allgemeine Wohlbefinden, das Selbstvertrauen im Umgang mit der Erkrankung (Selbstwirksamkeitsgefühl) und depressive Symptome deutlich. Schwere Nebenwirkungen traten nicht auf.
Sieben Jahre später schloss dieselbe Forschungsgruppe um Chenchen Wang die Lücken der ersten Studie (Wang et al., 2016). In einer neuen, randomisierten Studie mit 204 Patienten im Durchschnittsalter von 60 Jahren, von denen viele übergewichtig waren, wurde Tai Chi diesmal direkt mit klassischer Einzelphysiotherapie verglichen, die als anerkannter Standard in der Behandlung von Kniearthrose gilt. Die Nachbeobachtung erstreckte sich über ein volles Jahr.
Das Ergebnis: Tai Chi war der Physiotherapie bei der Linderung von Schmerzen und der Verbesserung der körperlichen Funktionen ebenbürtig und übertraf sie in zwei Bereichen deutlich: bei der Reduktion depressiver Symptome und der Steigerung der Lebensqualität. Entsprechend klar fiel das Fazit der Studienleitung aus: „Tai Chi sollte als gleichwertige Therapieoption bei Kniearthrose anerkannt werden.”
2.1.2 Wie sicher ist Online-Training bei Kniearthrose?
Da der Zugang zu Präsenzkursen oft eingeschränkt ist, untersuchte eine aktuelle Studie (Zhu et al., 2026), ob ein komplett unbetreutes Online-Videoprogramm genauso wirksam ist, wenn es von zu Hause aus absolviert wird.
Von den 178 Teilnehmern absolvierten 96 % das 12-wöchige Online-Programm vollständig. Die Tai-Chi-Gruppe zeigte signifikant stärkere Verbesserungen beim Schmerz während des Gehens (Reduktion um 2,7 Punkte gegenüber 1,3 Punkten in der Kontrollgruppe) sowie bei der körperlichen Funktion.
Besonders wichtig ist, dass weitaus mehr Teilnehmer der Tai-Chi-Gruppe den sogenannten „klinisch bedeutsamen Mindestunterschied” – also den spürbaren Wendepunkt im Alltag – bei Schmerz (73 % vs. 47 %) und Funktion (72 % vs. 52 %) erreichten. Das Online-Training ist somit eine effektive, sichere und leicht zugängliche Alternative zum Präsenzunterricht.
Das Programm bestand aus drei Bausteinen: den Übungen, einer App, die dabei hilft, am Ball zu bleiben, und dem Gefühl der Begleitung. Welcher dieser Teile den Ausschlag gab, lässt sich aus der Studie nicht ablesen. Für dich als Übende ist das aber zweitrangig, denn das Paket als Ganzes wirkte und es wurden keine schweren Nebenwirkungen berichtet.
2.1.3 Die Suche nach der optimalen „Dosis”
In einer Übersichtsarbeit (Meta-Analyse) wurden die Daten aus 13 kontrollierten Studien mit insgesamt 701 Patienten gebündelt (Deng et al., 2025).
Das Ergebnis bestätigt: Tai Chi verbessert Schmerz, Gelenksteifigkeit, körperliche Funktion und das körperliche Wohlbefinden. Spannender ist jedoch, was die Forschenden in den Untergruppen fanden – denn die beste Dosis hängt von deinen Zielen ab:
- Wenn du Schmerzen hast und beweglicher werden willst, dann trainiere über 16 Wochen 3x pro Woche.
- Wenn du morgens steif bist, dann trainiere bis 16 Wochen 3x pro Woche.
- Wenn du dein körperliches Wohlbefinden stärken willst, dann trainiere bis 16 Wochen 2x pro Woche.
Die Kernbotschaft für den Alltag lautet also: Regelmäßigkeit schlägt Intensität, und Geduld zahlt sich aus. Wer Schmerzen loswerden möchte, sollte sich auf mehr als vier Monate einstellen. Wer zwei feste Termine pro Woche schafft, tut bereits etwas Wirksames.
Ein ehrliches Wort zur Studienqualität: Die eingeschlossenen Studien waren überwiegend klein, und Nebenwirkungen wurden kaum systematisch erfasst. Nur eine einzige Studie berichtete überhaupt ein unerwünschtes Ereignis – eine Person mit zunehmenden Knieschmerzen. Das spricht für die Sanftheit der Methode, ersetzt aber keine saubere Sicherheitsstatistik.
Eine weitere Metaanalyse (Kong et al., 2016) stützt diese Größenordnung: Sie fand einen deutlichen Effekt auf den Arthroseschmerz und beziffert die Schwelle, ab der sich etwas bewegt, auf mehr als fünf Wochen regelmäßiger Praxis.
2.2 Mechanistische Studien
Um zu verstehen, warum Schmerzlinderung eintritt, müssen wir über die reine Symptombekämpfung hinausgehen. Moderne Labor- und Bildgebungsverfahren helfen uns, die tieferen biologischen Wirkungsweisen auf den drei bekannten Ebenen zu entschlüsseln.
2.2.1 Die biomechanische Ebene (Gelenkentlastung)
Mithilfe von Ganganalysen im Labor lässt sich messen, welche Kräfte beim Üben tatsächlich auf das Kniegelenk einwirken. Eine Forschungsgruppe um Wei Liu und Feng Yang (UT Health San Antonio) hat dazu alle 24 Bewegungen der Yang-Kurzform einzeln vermessen. Dabei wurden Menschen mit Kniearthrose beobachtet, die während jeder Form ihren Schmerz bewerteten (Yang & Liu, 2021).
Das Ergebnis war überraschend. Lange galt die seitliche Belastung des inneren Kniegelenkspalts, auch Knie-Adduktionsmoment genannt, als kritischer Wert. In dieser Untersuchung hing sie jedoch überhaupt nicht mit dem Schmerz zusammen.
Entscheidend war eine andere Größe: die Haltearbeit im gebeugten Knie, also die Kraft, die der Oberschenkelmuskel aufbringen muss, um das Bein in der Beugung zu stabilisieren. Diese Größe unterschied sich bei 21 der 24 untersuchten Formen deutlich vom normalen Gehen und korrelierte klar mit dem berichteten Schmerz.
Nicht die seitliche Belastung entscheidet darüber, ob eine Bewegung dem Knie wehtut, sondern die Standhöhe. Je tiefer du stehst und je länger du das Gewicht auf einem gebeugten Bein hältst, desto größer wird die Belastung. Das erklärt auch, warum viele ältere Übende einen längeren Einbeinstand nicht mehr sauber ausführen können – ihnen fehlt schlicht die Haltekraft in den Oberschenkeln. Das bedeutet praktisch: Höher stehen, kürzer verweilen und bei Bedarf die tiefe Position anpassen.
Eine randomisierte Studie mit Bewegungsanalyse und Muskelmessung (Elektromyografie, kurz EMG) über 14 Wochen bestätigt dies (Pan et al., 2025): Nach dem Tai-Chi-Training sank bei den Teilnehmern die maximale Haltearbeit im gebeugten Knie messbar, und die stabilisierende Muskulatur wurde stärker aktiviert.
2.2.2 Die neurobiologische Ebene (Gehirn-Aktivität)
Wie verändert Tai Chi die Schmerzverarbeitung im Gehirn? Eine randomisierte Studie mit funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) teilte 140 Probanden mit Kniearthrose auf vier Gruppen auf: Tai Chi, Baduanjin, Standfahrrad und eine Gesundheitsschulung als Kontrollgruppe. Sie trainierten zwölf Wochen lang (Liu et al., 2019).
In allen drei Bewegungsgruppen veränderte sich messbar das Zusammenspiel zwischen dem Schmerzkontrollzentrum im Hirnstamm (periaquäduktales Grau) und einem Areal an der Unterseite des Stirnhirns (medialer orbitofrontaler Kortex, mOFC). Konkret wurde gemessen, wie stark die spontane Aktivität beider Areale im Ruhezustand zusammenhängt (funktionelle Konnektivität). Dieses Stirnhirn-Areal ist daran beteiligt, wie belastend ein Schmerz empfunden wird. Je stärker sich dieses Zusammenspiel veränderte, desto deutlicher gingen die Knieschmerzen zurück. Gleichzeitig nahm in allen Bewegungsgruppen das Volumen der grauen Substanz in diesem Areal zu.
Die drei Bewegungsformen unterscheiden sich in einem Punkt: Nur bei Tai Chi und Baduanjin veränderte sich das Zusammenspiel zwischen dem Stirnhirn-Areal und dem Belohnungs- und Motivationszentrum im Mittelhirn (ventrales tegmentales Areal, VTA). In diesem Bereich wird vor allem Dopamin produziert. Beim Standfahrrad blieb dieser Effekt aus. Der naheliegende Grund dafür ist, was Tai Chi und Baduanjin vom Radfahren unterscheidet: Beide sind achtsame Bewegungen, die langsam und mit voller Aufmerksamkeit ausgeführt werden, während Radfahren reine körperliche Aktivität ist. Offenbar spricht erst diese meditative Komponente das Belohnungssystem an. Bewegung allein genügt dafür nicht.
Die Studie maß zudem einen Blutwert, der mit der Regulation von Entzündungen zusammenhängt (PD-1). Dass er in allen Bewegungsgruppen anstieg, deutet an, dass Bewegung auch das Immunsystem verbessert.
In der Studie wurde außerdem der Blutwert PD-1 gemessen, anhand dessen sich ablesen lässt, wie gut der Körper seine eigenen Entzündungen im Zaum hält. PD-1 verhindert, dass eine Abwehrreaktion dauerhaft auf Hochtouren läuft. Nach den zwölf Wochen war dieser Wert in allen Bewegungsgruppen erhöht, was darauf hindeutet, dass Bewegung dabei hilft, überschießende Entzündungen zu regulieren. Ein Beweis ist ein einzelner Marker allerdings noch nicht.
Was diese Veränderungen im Detail für das Schmerzempfinden bedeuten, ist nicht abschließend geklärt. Sicher ist jedoch: Die Wirkung von Bewegung reicht messbar bis in die Gehirnareale, die Schmerz bewerten und dämpfen.
2.2.3 Die zelluläre Ebene (Entzündungsmarker)
Das Entzündungsgeschehen bei Arthrose lässt sich auf zellulärer Ebene nachweisen. Der Körper kommuniziert über Entzündungen mithilfe von chemischen Botenstoffen, den sogenannten Zytokinen. Zytokine sind zunächst nichts Schlechtes, da sie die Reparaturtruppe an die richtige Stelle rufen. Problematisch wird es jedoch, wenn dieser Alarm nicht mehr aufhört. Genau das ist bei Arthrose der Fall.
Drei dieser Werte lassen sich einfach im Blut messen:
- Der Tumornekrosefaktor Alpha (TNF-α) startet die Entzündung und hält sie in Gang. Bei Arthrose sorgt er dafür, dass Knorpel abgebaut wird und die Schmerznerven im Gelenk empfindlicher reagieren. (Der Name ist etwas irreführend, mit Krebs hat er in diesem Zusammenhang nichts zu tun.)
- Interleukin-6 (IL-6) sorgt dafür, dass die Entzündung im ganzen Körper ankommt, nicht nur im Knie. Er hängt eng mit anhaltendem Stress zusammen.
- C-reaktives Protein (CRP) ist der Standardwert aus dem Labor. Er zeigt an, wie stark es im Körper insgesamt „brodelt“. Vermutlich kennst du ihn schon vom Blutbild.
Eine Übersichtsarbeit (Shu et al., 2021) hat ausgewertet, wie sich Tai Chi auf diese drei Werte auswirkt. Allerdings wurde nicht Arthrose, sondern Tai Chi bei Patienten mit einer COVID-19-Erkrankung untersucht.
Das Ergebnis ist differenziert. Der Tumornekrosefaktor Alpha sank deutlich über alle Studien hinweg, das heißt, es gab weniger Signale, die den Knorpel angreifen und die Schmerznerven reizen. Interleukin-6 und C-reaktives Protein sanken dagegen nur bei denjenigen, die viel geübt haben. Wer wenig trainierte, zeigte bei diesen beiden Werten keine Veränderung.
Der zweite Befund ist für die Tai-Chi-Praxis der wichtigere: Bei zwei der drei Werte war die Trainingsmenge entscheidend dafür, ob sich überhaupt etwas tat. Eine einzelne Stunde beruhigt den Kopf. Erst die regelmäßige Praxis verändert die Werte.
Eine amerikanische Pilotstudie begleitete zwölf Frauen nach den Wechseljahren mit Kniearthrose über acht Wochen Tai-Chi-Training, dreimal wöchentlich (Shen et al., 2023). Dabei wurden nicht die üblichen Standardwerte gemessen, sondern eine Gruppe von Entzündungsstoffen, die aus Fetten entstehen: die Oxylipine.
Der wichtigste unter ihnen heißt Prostaglandin E2 (PGE2), den du wahrscheinlich schon kennst, ohne es zu wissen: Ibuprofen und Diclofenac wirken, indem sie genau die Bildung dieses Stoffes hemmen. Prostaglandin E2 ist einer der Hauptverursacher von Entzündungsschmerz im Gelenk.
Nach acht Wochen Tai Chi war der Prostaglandin-E2-Spiegel im Blut deutlich niedriger als zu Beginn, nämlich nur noch rund ein Siebtel des Ausgangswerts (von durchschnittlich 15,1 auf 2,1 Nanomol pro Liter). Auch der verwandte Entzündungsstoff Prostaglandin E1 sank. Tai Chi scheint somit an derselben Stelle anzusetzen wie entzündungshemmende Schmerzmittel, allerdings langsamer und ohne Belastung für Magen und Nieren. Die Werte lagen nach dem Training bei allen Teilnehmern enger beieinander als vorher, da sich der Körper auf ein ruhigeres Niveau eingependelt hatte.
Als Pilotstudie ohne Kontrollgruppe handelt es sich hierbei um den methodisch schwächsten Studientyp in diesem Artikel. Sie kann lediglich zeigen, dass sich etwas verändert hat, aber nicht beweisen, dass Tai Chi der Grund dafür war.
2.3 Qigong bei Arthrose: Ein kurzer Blick auf die verwandte Praxis
Ist Qigong bei Kniebeschwerden ebenso wirksam wie Tai Chi? Ein Blick in die Forschung lohnt sich, auch wenn die Antwort differenzierter ausfällt, als man erwarten würde.
2.3.1 Die acht Brokate bei Gelenksteifigkeit
Baduanjin (wörtlich: „Acht Stücke Seidenbrokat“) ist die weltweit am häufigsten untersuchte Qigong-Form bei Arthrose. Eine Übersichtsarbeit von 2020 wertete mehrere randomisiert-kontrollierte Studien aus und fand Hinweise darauf, dass Baduanjin Schmerzen und Morgensteifigkeit bei Kniearthrose lindern kann (Zeng et al., 2020).
Die Autoren stufen die Belegstärke selbst als schwach ein und fordern methodisch strengere Studien, bevor eine Empfehlung ausgesprochen werden kann. Für eine Übungsform, die sich im Sitzen und Stehen ausführen lässt und praktisch niemanden überfordert, ist das trotzdem eine brauchbare Grundlage.
Der Befund wurde in einer aktuellen Netzwerk-Metaanalyse bestätigt (Li et al., 2025). Diese verglich vier klassische chinesische Übungsformen miteinander: Tai Chi, Baduanjin, Wuqinxi (das „Spiel der fünf Tiere“) und Yijinjing (eine Übungsreihe zur Pflege von Sehnen und Muskeln aus dem Shaolin-Kloster). Bei diesem Verfahren wurden mehrere Behandlungen gleichzeitig miteinander verglichen, auch wenn sie nie direkt in derselben Studie gegeneinander getestet wurden.
Tai Chi belegte den ersten Platz bei der Schmerzreduktion und der Verbesserung der körperbezogenen Lebensqualität. Baduanjin war hingegen am wirksamsten, um Gelenksteifigkeit und die körperliche Funktion zu verbessern. Die beiden anderen untersuchten Formen, Wuqinxi und Yijinjing, schnitten in den für Arthrose relevanten Kategorien durchgängig schlechter ab.
Das bedeutet für die Praxis: Bei starker Morgensteifigkeit ist Baduanjin eine gute Wahl. Wer langfristig auf Schmerzlinderung und verbesserte Lebensqualität abzielt, ist mit Tai Chi gut bedient.
2.3.2 Der psychische Hintergrund von Arthrose-Beschwerden
Eine umfassende Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2017 hat die Wirkung von Qigong auf Körper und Psyche bei verschiedenen Formen von Arthritis untersucht (Marks, 2017).
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Qigong nicht nur die körperlichen Symptome (Schmerzen, Steifigkeit und Bewegungseinschränkungen) messbar verbessert, sondern auch psychische Belastungen wie Angst und depressive Verstimmungen spürbar lindert. Dieser psychologische Effekt wird in der Arthrose-Forschung oft unterschätzt, obwohl Schmerz und emotionale Verfassung eng miteinander verknüpft sind.
2.3.3 Äußeres Qi Gong bei Arthrose: mehr Fragen als Antworten
Beim äußeren Qigong (External Qigong) überträgt eine erfahrene Lehrperson gezielt Qi auf die betroffenen Gelenke. Es gibt eine randomisiert-kontrollierte Studie aus dem Jahr 2008 zu diesem Thema. Sie ist vor allem deshalb lesenswert, weil sie an einer Stelle scheiterte, mit der niemand gerechnet hatte (Chen et al., 2008).
Der Plan war einfach: 112 Menschen mit Kniearthrose, zwei Gruppen. Die eine erhielt eine echte Qigong-Behandlung, die andere eine Scheinbehandlung durch einen Mann ohne jede Qigong-Erfahrung, der die Handbewegungen lediglich nachahmte. Alle Beteiligten waren verblindet. Die Behandelten trugen Augenbinden und die untersuchenden Ärzte wussten nicht, wer in welcher Gruppe war.
Die beiden beteiligten Qigong-Meister stellten eine Bedingung für ihre Teilnahme: Sie wollten getrennt ausgewertet werden. Und das ergab durchaus Sinn, denn sie kamen aus völlig verschiedenen Traditionen. Meister 1 stammte aus einer daoistischen Linie und war in China vor allem für die Behandlung von Krebs bekannt. Meister 2 kam aus einer TCM-Familientradition in fünfter Generation und arbeitete mit deutlich stärkerem Druck auf die Akupunkturpunkte.
Aus zwei Gruppen wurden also drei: Meister 1(45 Behandelte), Meister 2 (12 Behandelte) und die Scheinbehandlung (49 Personen).
Bei Meister 1 war das Ergebnis von der Scheinbehandlung nicht zu unterscheiden. Obwohl er fast viermal so viele Menschen behandelte. Bei Meister 2 sanken Schmerz und Bewegungseinschränkung deutlich stärker als bei der Scheinbehandlung – und der Effekt hielt drei Monate an.
Die Autoren nennen ihre eigene Studie deshalb „nicht schlüssig“. Sie schlussfolgern: Wenn äußeres Qigong wirkt, dann offenbar nicht als Methode, sondern abhängig von der einzelnen Person, die es ausübt.
Nach der ersten Behandlung wurden alle gefragt, ob sie glaubten, „echt“ behandelt worden zu sein. Bei Meister 2 rieten 91 Prozent richtig, bei Meister 1 hingegen nur 47 Prozent. Das heißt, die Verblindung war bei Meister 2 gescheitert. Seine Behandlung war intensiver, körperlich spürbarer und dauerte länger. Die Menschen wussten also, dass es echt war.
Diese Studie beweist nicht, dass äußeres Qigong wirkt. Sie beweist aber auch nicht das Gegenteil. Vor allem zeigt sie, wie schwer es ist, eine Praxis zu untersuchen, die von Zuwendung und Erwartung lebt, und macht deutlich, wie viel Schmerzlinderung allein durch diese drei Faktoren entsteht.
3. Die goldenen Regeln des sicheren Tai-Chi-Trainings
In der Medizin gilt Tai Chi als klassisches „Low-Impact“-Training, also als Sportart mit minimaler Stoßbelastung. Das bedeutet jedoch nicht, dass man dabei nichts falsch machen kann. Damit deine Gelenke von den fließenden Bewegungen wirklich profitieren und nicht zusätzlich belastet werden, musst du die Biomechanik deines Körpers clever nutzen.
Der Großmeister Wang Peisheng (1919–2004), einer der bedeutendsten Lehrer des nördlichen Wu-Stils – einer Traditionslinie des Tai Chi, die mit dem von mir unterrichteten südlichen Wu-Stil verwandt ist, sich aber eigenständig entwickelt hat. Die biomechanischen Prinzipien, die er in seinem 1983 erschienenen Standardwerk „Wu Style Taijiquan“ formuliert hat, gelten weitgehend für beide Linien.
3.1 Langsamkeit als Feedback-Schleife
Warum bewegen wir uns beim Tai Chi eigentlich so langsam? Das ist kein esoterischer Selbstzweck, sondern ein hochwirksamer Schutz für deine Knorpel.
In der Langsamkeit gibt es keinen Schwung, der Gelenkfehlstellungen „überbügelt“. Jede Bewegung muss zu 100 Prozent aus der Kraft der Muskulatur heraus geführt und stabilisiert werden. Nur wenn du langsam übst, hat dein Nervensystem die Zeit, feine Schmerzsignale rechtzeitig wahrzunehmen und zu verarbeiten, bevor eine kritische Belastungsgrenze überschritten wird.
3.2 Das Knie richtig ausrichten
Das Kniegelenk ist ein reines Scharniergelenk. Es ist hervorragend dafür ausgelegt, sich zu beugen und zu strecken, reagiert jedoch extrem empfindlich auf Scher- und Rotationskräfte (Verdrehungen). In der Tai-Chi-Praxis gilt hierzu eine eiserne Regel der Anatomie: Das Knie folgt immer der Richtung des Fußes. Wenn das Knie nach innen knickt (X-Bein-Tendenz) oder über die Fußspitze hinausragt, entstehen hohe Druckspitzen auf Meniskus, Knorpel und Kniescheibe. Stell dir vor, deine Kniescheibe wäre über ein unsichtbares Lot mit dem Bereich zwischen deinem großen und zweiten Zeh verbunden. Wohin der Fuß zeigt, dorthin steuert auch das Knie.
3.3 Meniskus-Schutz durch gut dosierte Stände
Zu tiefe, statische Hocken ohne ausreichende Muskelkraft sind bei Arthrose riskant. Die Kraft im Tai Chi muss immer aus den Oberschenkeln kommen, niemals aus dem „Hängen“ in den passiven Gelenkbändern. Wenn die Muskeln ermüden, sackt das Gewicht ab und die Last geht ungefiltert auf den Knorpel. Gehe deshalb nur so tief in die leichte Kniebeuge, wie du dein Becken noch aktiv und schmerzfrei stabilisieren kannst. Achte darauf, dass du dich beim Aufstehen nicht ruckartig „hochdrückst“ (was den Druck im Knie kurzzeitig massiv erhöht), sondern die Kraft gleichmäßig und sanft aus dem ganzen Fuß entwickelst.
3.4 Gelenke lockern vor der Bewegung
Bevor Kraft überhaupt übertragen werden kann, muss der Körper innerlich Raum schaffen. Starrheit führt zu Druck und Druck wiederum zu Schmerzen bei Arthrose. Wang Peisheng setzt deshalb eine mentale und körperliche Lockerung an den Anfang jeder Praxis.
Kurz vor jeder Bewegung denke zunächst daran, den Kopf leicht anzuheben und die Gelenke zu lockern – besonders das Schulter- und das Hüftgelenk. Das ist eine unerlässliche Voraussetzung dafür, dass die Gliedmaßen vollständig entspannt bleiben.
3.5 Klare Gewichtsverteilung und sanftes Aufsetzen
Ein Kernprinzip des Tai Chi Chuan ist die Unterscheidung von „voll“ (substantiell) und „leer“ (insubstantiell). Zu jedem Zeitpunkt trägt ein Bein etwa 70 Prozent des Körpergewichts, während das andere Bein etwa 30 Prozent trägt und sich frei bewegen kann. Die Übergänge zwischen diesen Zuständen erfolgen niemals abrupt, sondern graduell.
Der Fuß berührt den Boden sanft mit der Ferse zuerst, während die Zehen leicht nach oben zeigen. Erst danach wird das Gewicht wie weiches Wasser schrittweise über die Fußsohle nach vorne gerollt.
Beim Verlagern des Körperschwerpunkts sollen alle Körperteile unterhalb der Taille ihre Veränderungen nacheinander und fließend vollziehen: zuerst der Fuß, dann das Knie, dann das Hüftgelenk und schließlich die Taille. Diese Reihenfolge ist einzuhalten…

3.6 Das Prinzip der Kreuzkompensation
Schmerzen an einer Stelle haben ihre biomechanische Ursache oft an einem ganz anderen Punkt der kinetischen Kette. Schmerzen im Knie können beispielsweise durch ein schiefes Becken oder eine blockierte Taille verursacht werden. Korrigierst du die Achse (die Taille), entlastest du sofort das Fundament (die Beine).
Für den menschlichen Körper bilden die Beine das Fundament jeder eingenommenen Haltung, während die Taille wie die Achse aller beweglichen Teile wirkt.
Wang Peisheng rät, bei Missempfindungen in der Taille die Beinstellung zu korrigieren, und bei Problemen mit den Beinen die Aufmerksamkeit auf die Taille zu richten.
4. Der ganzheitliche Blick: Ernährung & Nährstoffe bei Arthrose
Bisher haben wir über die Wirkung von Tai Chi bei Arthrose, insbesondere bei Knie- und Hüftarthrose, gesprochen. Im Folgenden möchte ich das Verständnis von Arthrose erweitern und näher darauf eingehen, welche ernährungsmedizinischen Voraussetzungen für gesunde Gelenke erforderlich sind. Zum Thema Nährstoffe und Gelenkgesundheit gibt es allerdings vor allem Erfahrungswissen und eine lebhafte Debatte in der Fachwelt.
4.1 Was bei Arthrose im Gelenk passiert
Arthrose bezeichnet den durch Verschleiß und Entzündungen bedingten Abbau von Gelenken. Sie ist nicht zu verwechseln mit rheumatoider Arthritis, einer Autoimmunerkrankung, bei der der Körper das eigene Gelenk angreift. Für Arthrose ist die Studienlage zu Tai Chi gut wie selbst kritische Übersichtsarbeiten (Kang et al. 2011) anmerken. Für rheumatoide Arthritis ist die Datenlage hingegen dünn und unsicher.
Unsere Gelenke sind wie mechanische Scharniere aufgebaut. Damit die Knochen nicht schmerzhaft aufeinanderreiben, sind ihre Enden mit einer spiegelglatten, elastischen Schutzschicht überzogen: dem Gelenkknorpel.
Bei Arthrose kommt es zu einem schleichenden Abbau des Knorpels (Knorpeldegeneration). Zunächst raut die Oberfläche nur leicht auf, doch im fortgeschrittenen Stadium kann der Knorpel so weit verschwinden, dass der Knochen ungeschützt freiliegt (Gelenkglatze). Da Knorpel keine eigenen Blutgefäße besitzt, kann er sich nicht einfach selbst regenerieren, sondern ist darauf angewiesen, durch Bewegung mit Nährstoffen aus der Gelenkflüssigkeit (Synovia) versorgt zu werden.
Arthrose beginnt oft unbemerkt, führt aber irgendwann zu der typischen Morgensteifigkeit (Anlaufschmerz). Aus Angst vor diesen Schmerzen geraten fast alle Betroffenen in einen gefährlichen Kreislauf: Schonhaltung aufgrund von Schmerzen und die Angst vor Bewegungen (Kinesiophobie), beginnender Muskelabbau und damit steigende Belastung der Gelenke.
Während Tai Chi die mechanischen Schäden im Gelenk mechanisch entlastet, liefert die richtige Ernährung die biochemischen Bausteine, um das Gelenk von innen heraus zu beruhigen. Denn Arthrose wird maßgeblich durch stille, chronische Entzündungen im Gelenkmilieu vorangetrieben.
4.2 Die Anti-Entzündungs-Küche
Gewürze dienen nicht nur dem Geschmack. Viele von ihnen werden seit Langem in der Naturheilkunde bei entzündlichen Beschwerden eingesetzt.
Die 3-Gewürze-Mischung aus gleichen Teilen Kreuzkümmel, Koriander und Muskatnuss wird in Naturheilkunde-Kreisen sowie in Ratgeberformaten wie den „NDR Ernährungs-Docs” empfohlen. Die orientalische Gewürzmischung Baharat enthält diese drei Gewürze und ergänzt sie unter anderem um schwarzen Pfeffer, Nelken und Zimt.
Für einzelne Inhaltsstoffe gibt es Hinweise aus Zell- und Tiermodellen. Klinische Studien an Menschen mit Arthrose gibt es zu diesen Gewürzmischungen nicht.
Eine Ausnahme ist schwarzer Pfeffer. Sein Wirkstoff Piperin hemmt vorübergehend die Enzyme in Leber und Darm, welche Fremdstoffe abbauen. Dadurch bleiben andere Substanzen länger im Blut.
Für Curcumin, den Farbstoff der Kurkuma, ist dieser Effekt beim Menschen belegt. In einer Studie stieg die Aufnahme von 20 mg Curcumin durch die zusätzliche Gabe von 20 mg Piperin deutlich an (Shoba et al., 1998). Ohne Pfeffer war Curcumin im Blut kaum nachweisbar.
Zwei Einschränkungen: Erstens entspricht die untersuchte Menge mehreren Gramm Pfeffer, nicht einer Prise. Zudem bauen dieselben Enzyme auch Medikamente ab, weshalb Personen, die regelmäßig Arzneimittel einnehmen, hohe Piperin-Dosen ärztlich abklären sollten.
Bei Kurkuma ist die Beleglage deutlich besser: Es gibt randomisierte Studien, die direkt an Menschen mit Kniearthrose durchgeführt wurden.
In einer Multicenter-Studie aus Thailand erhielten 367 Patienten mit Kniearthrose über einen Zeitraum von vier Wochen entweder hochkonzentrierter Kurkuma-Extrakt (1500 mg) täglich oder Ibuprofen (1200 mg) täglich. In beiden Gruppen kam es zu einer deutlichen Verbesserung – und Kurkuma war Ibuprofen ebenbürtig. Zwei Drittel der Teilnehmer bewerteten ihren Zustand als gebessert. Bemerkenswert ist die Verträglichkeit: In der Ibuprofen-Gruppe brachen sieben Personen wegen Nebenwirkungen ab, in der Kurkuma-Gruppe nur eine (Kuptniratsaikul et al., 2014).
Hagebuttenpulver enthält Galaktolipide, spezielle Zucker-Fett-Verbindungen. Laborstudien deuten darauf hin, dass diese verhindern können, dass entzündungsfördernde weiße Blutkörperchen in das Gelenk einwandern.
Eine Metaanalyse fasste drei randomisierte Studien mit insgesamt 287 Patienten zusammen (Christensen et al., 2008). Die Dosierung betrug jeweils 5 Gramm täglich über etwa drei Monate. Hagebuttenpulver reduzierte den Schmerz gegenüber Placebo – die Effektstärke war allerdings klein bis mittel. Rechnerisch profitiert etwa jeder sechste Behandelte über den Placeboeffekt hinaus.
4.3 Das Nährstoff-Trio für die Gelenke
Der bekannte Physiotherapeut Ralf Blume veröffentlicht auf seinem YouTube-Kanal „SCHMERZ BEISEITE“ regelmäßig Videos zum Thema Vitamin D, das eigentlich ein Hormon ist, das der Körper täglich braucht. Er argumentiert, dass der Körper biochemisches Baumaterial benötigt, um Entzündungen zu hemmen und Knochen- sowie Knorpelgewebe zu schützen. Er warnt jedoch eindringlich davor, Vitamine als „Wundermittel“ blind zu schlucken. Seiner Erfahrung nach kommt es auf das richtige Zusammenspiel an.
Vitamin D3 steuert das Immunsystem und wirkt auf entzündliche Prozesse im Gelenk. Zudem stärkt es die Knochenstruktur unter dem beschädigten Knorpel. Ralf Blume empfiehlt bei Gelenkproblemen einen Zielwert von 60 bis 100 ng/ml – nach seiner Erfahrung werden die Standard-Richtwerte chronischen Beschwerden oft nicht gerecht.
Vitamin K2: Während Vitamin D dafür sorgt, dass mehr Calcium aus der Nahrung aufgenommen wird, sorgt Vitamin K2 dafür, dass dieses Calcium präzise in die Knochen und Gelenke transportiert wird, anstatt sich als Kalk in den Blutgefäßen (Arteriosklerose) abzulagern.
Magnesium: Ohne Magnesium bleibt Vitamin D im Körper wirkungslos, da der Organismus den Mineralstoff zwingend benötigt, um das Hormon in seine aktive Form, das Calcitriol, umzuwandeln. Gleichzeitig nimmt Magnesium die schmerzhafte Dauerspannung aus der umliegenden Muskulatur.
Die passende Dosis ergibt sich aus dem Ausgangswert, den du beim Arzt oder Apotheker messen lassen kannst. Vitamin D sollte nach Blume täglich eingenommen und große Einzeldosen vermieden werden, denn der Körper kann eine gleichmäßige Zufuhr besser verarbeiten als eine Wochenration auf einmal.
Ein optimaler Nährstoffspiegel im Blut und entzündungshemmende Gewürze schaffen somit die Voraussetzungen für ein ruhigeres Milieu im Körper. Die sanfte Bewegung des Tai Chi sorgt dafür, dass diese Nährstoffe mechanisch in den Knorpel hineingepumpt werden. Wer Ernährung und Tai Chi kombiniert, wirkt auf beiden Ebenen: im Gelenk und im Stoffwechsel.
5. So findest du den Einstieg
Hast du Lust, Tai Chi auszuprobieren? Damit dir der Einstieg leicht, sicher und wohltuend gelingt, helfen dir diese praktischen Orientierungshilfen.
5.1 Welcher Stil passt zu meinen Knien?
Im Tai Chi gibt es verschiedene Stilrichtungen und Familientraditionen. Wenn du nach einem passenden Kurs suchst, lohnt es sich, die Trainingsweise und die Ziele des Kurses etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.
- Der Yang-Stil ist der weltweit am häufigsten unterrichtete Stil. Er zeichnet sich durch sehr weiche, fließende Bewegungen aus. Es gibt allerdings auch Varianten mit sehr großen, tiefen Ständen. Wenn deine Gelenke bereits etwas empfindlich sind, solltest du diese tiefen Positionen meiden, da sie den Druck hinter der Kniescheibe erhöhen. Achte besonders beim sogenannten Bogenschritt (einem weiten Schritt nach vorne) darauf, dass dein hinteres Knie stabil bleibt und nicht nach innen absinkt.
- Der Wu-Stil: Der Wu-Stil arbeitet mit kurzen Schritten und einer leicht nach vorne geneigten Körperachse. Die Stände bleiben kompakt und das Gewicht ist zu jedem Zeitpunkt klar verteilt. Beides schont die Gelenke.
- Der Sun-Stil: Der Sun-Stil arbeitet mit kurzen Schritten, fortlaufenden Gewichtsverlagerungen und ohne tiefe Positionen. Das bekannteste speziell für Gelenkbeschwerden entwickelte Programm baut nicht zufällig genau darauf auf: „Tai Chi for Arthritis“ des australischen Arztes Dr. Paul Lam (1996) nutzt eine kurze Form mit nur zwölf Bewegungen. Für Menschen mit starken Bewegungseinschränkungen, die gut Englisch sprechen, bieten die Online-Videolektionen von Dr. Lam oder das Tai Chi for Health Institute eine strukturierte Ergänzung für zu Hause.
Mein Ansatz: Ich unterrichte die traditionelle, lange Form des südlichen Wu-Stils nach Ma Jiangbao. Der Stil selbst ist gelenkschonend, allerdings ist die lange Form mit über hundert Bewegungen sehr anspruchsvoll und verlangt viel Merkfähigkeit und Ausdauer.
Bei akuten, schweren Kniegelenksschäden ist es besser, zunächst mit Qigong oder einer kurzen Form einzusteigen. In meinen Anfängerkursen beginnen wir deshalb mit Vorübungen und kurzen Sequenzen, bevor wir uns der langen Form zuwenden.
Wenn du über 50 bist, beweglich bleiben möchtest und dich nicht mehr in lauten Fitnessstudios auspowern willst, findest du hier die ideale Balance aus sanfter Bewegung, Entspannung und geistiger Klarheit.
5.2 Das Koordinationsproblem: Warum die Füße wichtiger sind als die Hände
Wenn man ganz neu im Thema ist und keine Vorerfahrung mit Qigong hat, kann die lange traditionelle Form am Anfang eine größere Herausforderung sein. Wenn sich die Arme und die Beine koordiniert bewegen und das Gewicht gleichzeitig verlagert werden soll, können schnell Fehler passieren. Man konzentriert sich sehr stark auf die schönen Bewegungen der Arme und Hände und verliert dabei das Fundament aus den Augen. Bevor man es bemerkt, steht man nicht mehr richtig und das Knie verlässt seine schützende Linie.
Deshalb ist Qigong, insbesondere die acht Brokate, für Menschen mit akuten oder starken Kniebeschwerden oft der zugänglichere erste Schritt, da die Übungen im Stehen, Gehen oder Sitzen ausgeführt werden können, ohne dass tiefe Kniebeugen erforderlich sind. Qigong ist deshalb für Menschen mit Arthrose geeignet, unabhängig von Alter und Ausmaß der Einschränkung.
Wenn du dich fragst, worin genau der Unterschied zwischen Tai Chi und Qi Gong besteht, dann schau in meinen Artikel „Tai Chi versus Qi Gong: Was sie verbindet, was sie unterscheidet und was die Forschung sagt“ rein.
Mein Tipp für den Anfang: Wenn du mit Qigong erste Erleichterung spürst und deinem Körper mit der Zeit mehr zutrauen kannst, dann ist Tai Chi Chuan der nächste Schritt. Suche gezielt nach Kursen, die kurze Einsteigerformen unterrichten, zum Beispiel die 8er- oder die 16er-Form. Lange, traditionelle Choreografien erfordern viel Merkfähigkeit und lenken dich am Anfang nur unnötig ab.
5.3 Was du am Anfang wirklich brauchst
Klären wir nun noch allgemeine Fragen: Was braucht es, um Tai Chi zu üben, und übernimmt die Krankenkasse einen Teil der Kosten?
- Die richtige Kleidung: Du brauchst keine teure Ausrüstung. Bequeme Kleidung und flache Schuhe mit einer dünnen, flexiblen Sohle (oder rutschfeste Socken) sind perfekt, damit du den Boden unter deinen Füßen gut spüren kannst.
- Krankenkassen-Zuschuss: Viele Tai-Chi-Kurse sind als Präventionskurse anerkannt. Du findest sie auf speziellen Portalen für Gesundheitskurse. Bei zertifizierten Kursen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen einen Teil der Kursgebühren und bei einigen Online-Kursen sogar die vollen Kosten.
- Tai Chi mit künstlichem Kniegelenk: Nach dem Einsetzen einer Knieprothese besitzt das Gelenk keine Kreuzbänder mehr und wird allein durch Muskeln und Sehnen stabilisiert. Diese werden durch die Reha aufgebaut. In den ersten sechs Wochen nach der Operation steht somit die medizinische Rehabilitation im Mittelpunkt. Nach drei bis sechs Monaten kann das Knie nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt wieder mehr belastet werden und einfaches Tai-Chi-Training beginnen.
- Tai Chi mit künstlichem Hüftgelenk: Bei einer Hüftprothese ist beim Wiedereinstieg ins Tai Chi mehr Vorsicht geboten, da die Gefahr des Auskugelns besteht. Es sollte ebenfalls erst nach drei bis sechs Monaten langsam begonnen werden. Vermeide tiefe Positionen und ruckartige Hüftdrehungen und mache kleine, kontrollierte Schritte.
- Kein falscher Ehrgeiz: Tai Chi passt sich dir und deinem Körper an – nicht umgekehrt. Wenn ein Stand zu tief wird, bleibe einfach etwas aufrechter. Höre auf die Signale deines Körpers.
- Gib dir und deinem Körper etwas Zeit. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass sich die nachhaltigsten und schönsten Veränderungen nach etwa 12 bis 16 Wochen regelmäßigem Üben einstellen. Es ist ein wunderbarer, sanfter Weg zu mehr Leichtigkeit und Bewegung im Alltag.
Arthrose lässt sich nicht wegtrainieren. Aber du kannst beeinflussen, wie du dich trotz Arthrose bewegst und wie viel Raum sie in deinem Alltag einnimmt. Die Studienlage ist an diesem Punkt eindeutig: Es kommt nicht auf die Intensität, sondern darauf an, dass du dranbleibst.
Wenn du das nicht allein tun möchtest, begleite ich dich gerne. In meinen Kursen im Hofgarten, im Kursraum und online üben wir in Ruhe und haben Zeit für alle Details.
Hier findest du meine aktuellen Kursen und Schnupperstunden.
6. Glossar
Es gibt viele ähnlich klingende Begriffe rund um Gelenkbeschwerden. Diese kurze Übersicht hilft dir, sie voneinander zu unterscheiden.
Arthrose: der verschleiß- und entzündungsbedingte Abbau des Gelenkknorpels. Das ist das Thema dieses Artikels. Im Englischen heißt es osteoarthritis (oft mit „OA“ abgekürzt).
Arthritis: der Oberbegriff für Gelenkentzündungen. Achtung: Das englische Wort „arthritis“ ist weiter gefasst als das deutsche und steckt auch in „osteoarthritis“ (Arthrose).
Rheumatoide Arthritis: eine Autoimmunerkrankung, bei der der Körper das eigene Gelenk angreift. Sie ist nicht mit Arthrose gleichzusetzen. Der englische Begriff ist „rheumatoid arthritis“ („RA“).
7. Referenzen
Der Artikel stützt sich auf folgende Referenzen:
7.1 Allgemeine Quellen
Carina Rehberg: Vitamin D – Die richtige Einnahme, Artikel von „Zentrum der Gesundheit“ (Stand 4. Mai 2026).
Gewürze gegen Arthrose, „Zimt und Pfeffer“-Blog von Steffen Bogs 2022
Entzündungshemmer: Mit Gewürzen gegen Entzündungen (NDR Ernährungsdocs, 2023)
YouTube-Kanal „SCHMERZ BEISEITE“ des Physiotherapeuten Ralf Blume mit zahlreichen Videos zur Wirkung und Einnahme von Vitamin D, auch bei Arthrose.
(Kurze und bündige Übersicht: https://www.youtube.com/watch?v=xlbgkKCsuzo)
Wang, P. & Zeng, W. (1983): Wu Style Taijiquan: A detailed course for health and self-defence and teachings of three famous masters in Beijing (Übers. von Zeng Weiqi & Li Jiaqiao). Hai Feng Publishing / Zhaohua Publishing House. ISBN: 962-238-015-8.
Frei zugängliche, digitalisierte Version via Internet Archive
7.2 Forschungsliteratur
Chen, K. W., Perlman, A., Liao, J. G., Lam, A., Staller, J., & Sigal, L. H. (2008). Effects of external qigong therapy on osteoarthritis of the knee: A randomized controlled trial. Clinical Rheumatology, 27 (12), 1497–1505.
DOI-Nr. https://doi.org/10.1007/s10067-008-0955-4
Volltext: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC2582590/
Christensen, R., Bartels, E. M., Altman, R. D., Astrup, A., & Bliddal, H. (2008). Does the hip powder of Rosa canina (rosehip) reduce pain in osteoarthritis patients? A meta-analysis of randomized controlled trials. Osteoarthritis and Cartilage, 16 (9), 965–972.
DOI-Nr. https://doi.org/10.1016/j.joca.2008.03.001
Volltext: https://www.oarsijournal.com/article/S1063-4584(08)00065-4/pdf
Deng, J., Zhang, L., Chen, F., et al.: The optimal course and frequency of Tai Chi for knee osteoarthritis: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Frontiers in Public Health, 13 (2025).
DOI-Nr. https://doi.org/10.3389/fpubh.2025.1661674
Volltext: https://www.frontiersin.org/journals/public-health/articles/10.3389/fpubh.2025.1661674/full
Kang, J. W., Lee, M. S., Posadzki, P., & Ernst, E.: T’ai chi for the treatment of osteoarthritis: a systematic review and meta-analysis. BMJ Open (2011), 1, e000035.
DOI-Nr.: https://doi.org/10.1136/bmjopen-2010-000035
Kolasinski, S. L., Neogi, T., Hochberg, M. C., et al. (2020). 2019 American College of Rheumatology/Arthritis Foundation guideline for the management of osteoarthritis of the hand, hip, and knee. Arthritis & Rheumatology, 72 (2), 220–233.
DOI-Nr.: https://doi.org/10.1002/art.41142 (nur Abstract frei zugänglich)
Kong, L. J., Lauche, R., Klose, P., et al. (2016). Tai Chi for chronic pain conditions: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Scientific Reports, 6, 25325.
DOI-Nr.: https://doi.org/10.1038/srep25325
Volltext: https://www.nature.com/articles/srep25325
Kuptniratsaikul, V., Dajpratham, P., Taechaarpornkul, W., et al. (2014). Efficacy and safety of Curcuma domestica extracts compared with ibuprofen in patients with knee osteoarthritis: a multicenter study. Clinical Interventions in Aging, 9, 451–458.
DOI-Nr.: https://doi.org/10.2147/CIA.S58535
Volltext: https://www.tandfonline.com/doi/full/10.2147/CIA.S58535
Lee, M. S., & Ernst, E. (2012). Systematic reviews of t’ai chi: an overview. British Journal of Sports Medicine, 46 (10), 713–718.
DOI-Nr.: https://doi.org/10.1136/bjsm.2010.080622 (nur Abstract frei zugänglich)
Li, Y., Zhai, Z., Guo, B., et al. (2026).: Comparative effectiveness of traditional Chinese exercises for knee osteoarthritis: a systematic review and Bayesian network meta-analysis. Frontiers in Public Health, 13 (2025), 1710610.
DOI-Nr.: https://doi.org/10.3389/fpubh.2025.1710610 (Link führt zum Volltext)
Liu, J., Chen, L., Chen, X., Hu, K., Tu, Y., Lin, M., et al. (2019). Modulatory effects of different exercise modalities on the functional connectivity of the periaqueductal grey and ventral tegmental area in patients with knee osteoarthritis: a randomised multimodal magnetic resonance imaging study. British Journal of Anaesthesia, 123 (4), 506–518.
DOI-Nr.: https://doi.org/10.1016/j.bja.2019.06.017
Volltext: https://www.bjanaesthesia.org.uk/article/S0007-0912(19)30506-9/fulltext
Marks, R. (2017). Qigong Exercise and Arthritis. Medicines, 4 (4), 71.
DOI-Nr.: https://doi.org/10.3390/medicines4040071
Volltext: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5750595
Pan, J., Xie, Z., Ye, S., Shen, H., Huang, Z., Zhang, X., & Liao, B.: The effects of Tai Chi on clinical outcomes and gait biomechanics in knee osteoarthritis patients: a pilot randomized controlled trial. Scientific Reports 15 (2025).
DOI-Nr.: https://doi.org/10.1038/s41598-025-03943-3
Volltext: https://www.nature.com/articles/s41598-025-03943-3
Rausch Osthoff, A.-K., Vliet Vlieland, T. P. M., Ferreira, R. J. O., et al. (2026). EULAR recommendations for physical activity in people with inflammatory arthritis and osteoarthritis: 2025 update. Annals of the Rheumatic Diseases, 85 (6), 1026–1038.
DOI-Nr.: https://doi.org/10.1016/j.ard.2026.03.006
Volltext: https://ard.eular.org/article/S0003-4967(26)00150-0/fulltext
Deutschsprachige Meldung im Ärzteblatt (Zugang nur für eingeloggte Nutzer), https://www.aerzteblatt.de/news/arthritis-und-osteoarthritis-empfehlungen-fur-korperliche-aktivitat-aktualisiert-9bb732ed-624f-45a2-a145-b618551ac9c2
Shen, C.-L., Newman, J. W., Elmassry, M. M., Borkowski, K., Chyu, M.-C., Kahathuduwa, C., Neugebauer, V., & Watkins, B. A. (2023). Tai Chi exercise reduces circulating levels of inflammatory oxylipins in postmenopausal women with knee osteoarthritis: results from a pilot study. Frontiers in Medicine, 10, 1210170.
DOI-Nr.: https://doi.org/10.3389/fmed.2023.1210170
Volltext: https://www.frontiersin.org/journals/medicine/articles/10.3389/fmed.2023.1210170/full
Shoba, G., Joy, D., Joseph, T., Majeed, M., Rajendran, R., & Srinivas, P. S. (1998). Influence of piperine on the pharmacokinetics of curcumin in animals and human volunteers. Planta Medica, 64 (4), 353–356.
DOI-Nr.: https://doi.org/10.1055/s-2006-957450 (nur Abstract frei zugänglich)
Shu, C., Feng, S., Cui, Q., Cheng, S., & Wang, Y. (2021). Impact of Tai Chi on CRP, TNF-alpha and IL-6 in inflammation: a systematic review and meta-analysis. Annals of Palliative Medicine, 10 (7), 7468–7478.
DOI-Nr.: https://doi.org/10.21037/apm-21-640 (Link führt zum Volltext)
Wang, C., Schmid, C. H., Hibberd, P. L., Kalish, R., Roubenoff, R., Rones, R., & McAlindon, T. (2009). Tai Chi is effective in treating knee osteoarthritis: A randomized controlled trial. Arthritis Care & Research, 61 (11), 1545-1553.
DOI-Nr.: https://doi.org/10.1002/art.24832 (nur Abstract frei zugänglich)
Wang, C., Schmid, C. H., Iversen, M. D., Harvey, W. F., Fielding, R. A., Driban, J. B., Price, L. L., Wong, J. B., Reid, K. F., Rones, R., & McAlindon, T. (2016). Comparative effectiveness of Tai Chi versus physical therapy for knee osteoarthritis: A randomized trial. Annals of Internal Medicine, 165 (2), 77–86.
DOI-Nr.: https://doi.org/10.7326/M15-2143 (nur Abstract frei zugänglich)
Frei zugängliche Zusammenfassung: https://www.nccih.nih.gov/research/research-results/study-shows-tai-chi-and-physical-therapy-were-equally-helpful-for-knee-osteoarthritis
https://www.acpjournals.org/doi/10.7326/M15-2143
Yang, F., & Liu, W. (2021). Knee joint biomechanics of simplified 24 Tai Chi forms and association with pain in individuals with knee osteoarthritis: A pilot study. Osteoarthritis and Cartilage Open, 3 (2), 100149. doi: 10.1016/j.ocarto.2021.100149
DOI-Nr.: https://doi.org/10.1016/j.ocarto.2021.100149
Volltext: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8245205/
Zeng, Z. P., Liu, Y. B., Fang, J., Liu, Y., Luo, J., & Yang, M. (2020). Effects of Baduanjin exercise for knee osteoarthritis: A systematic review and meta-analysis. Complementary Therapies in Medicine, 48, 102279.
DOI-Nr.: https://doi.org/10.1016/j.ctim.2019.102279 (nur Abstract frei zugänglich)
Zhu S. J., Hinman R. S., Nelligan R. K., et al.: Online Unsupervised Tai Chi Intervention for Knee Pain and Function in People With Knee Osteoarthritis: The RETREAT Randomized Clinical Trial. JAMA Intern Med. 2026; 186(1), 15–25.
DOI-Nr.: https://doi.org/10.1001/jamainternmed.2025.5723 (nur Abstract frei zugänglich)

