Tai Chi versus Qi Gong: Was sie verbindet, was sie unterscheidet und was die Forschung sagt
Brokatübung „Mit den Fäusten stoßen“ am Strand. Foto: Stefan Klemens
„Was ist der Unterschied zwischen Tai Chi und Qigong?“ Diese Frage begegnet mir regelmäßig – von Menschen, die beide Begriffe kennen, aber noch nicht genau wissen, was sich dahinter verbirgt. Zwischen beiden Praktiken liegen Jahrhunderte und eine unterschiedliche Herkunft: Tai Chi Chuan war im 19. Jahrhundert die Kampfkunst der Elitesoldaten des chinesischen Kaisers. Qi Gong hingegen basiert auf der chinesichen Medizin. Die Praxis ist älter als Tai Chi, niederschwelliger und auf einzelne Übungen ausgerichtet.
Was sie dennoch verbindet, sind die vergleichbaren Gesundheitseffekte. Wie das zusammenpasst, wo die Unterschiede in der Praxis liegen und welche Methode besser zu dir passt, erfährst du in diesem Artikel.
Das Wichtigste auf einen Blick 🗂️
Tai Chi und Qigong – verwandt, aber nicht gleich. Das sind die wichtigsten Unterschiede und Gemeinsamkeiten.
1. Verwandt, aber nicht gleich: Was Tai Chi und Qi Gong verbindet
Sowohl Qi Gong als auch Tai Chi stammen aus China und arbeiten mit dem Konzept des Qi, der vitalen Lebensenergie. Sie verbinden Bewegung, Atmung und Achtsamkeit. Sie sind beide in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) verwurzelt. Tai Chi und Qigong haben somit ähnliche theoretische Grundlagen, Wirkmechanismen und Gesundheitseffekte.
In einer umfangreichen Übersichtsarbeit werteten Jahnke et al. (American Journal of Health Promotion, 2010) 77 randomisierte kontrollierte Studien zu beiden Praktiken mit insgesamt über 6.400 Teilnehmern aus und kamen zu dem zentralen Befund, dass Qi Gong und Tai Chi vergleichbare Gesundheitseffekte erzeugen und in vielen Forschungskontexten als gleichwertige Formen einer meditativen Bewegungspraxis betrachtet werden können.
Auch wenn Tai Chi und Qigong sich sehr unterschiedlich anfühlen und aussehen, tun sie dem Körper und Geist auf ähnliche Weise gut. In vielen Studien werden sie deshalb von der Wissenschaft als zwei Varianten derselben Grundidee behandelt.
2. Was Tai Chi und Qi Gong unterscheidet: Kampfkunst versus Energiearbeit
Trotz aller Gemeinsamkeiten gibt es mehrere grundlegende Unterschiede, die praktisch bedeutsam sind.
2.1 Tai Chi Chuan: Die Kampfkunst der fließenden Bewegung
Tai Chi Chuan bedeutet übersetzt in etwa „Faustkampf nach dem höchsten Prinzip“ und war im 19. Jahrhundert die Kampfkunst der Elitesoldaten des chinesischen Kaisers. Die Bewegungen wurden als Form der Selbstverteidigung entwickelt, die sich grundlegend von anderen Kampfkünsten unterscheidet.
Während diese durch Härte glänzen, Bretter zerschlagen und die Überlegenheit des Stärkeren betonen, sind die Abwehrmechanismen des Tai Chi weich und nachgiebig und für den Angreifer kaum wahrnehmbar. Das wird bei den Push-Hands-Vorführungen echter Tai-Chi-Meister deutlich, wenn die Angreifer den Boden unter den Füßen verlieren oder der Angriff ins Leere läuft.
Heute wird Tai Chi fast ausschließlich zu Gesundheitszwecken und zur Meditation praktiziert, doch die strukturelle Komplexität bleibt erhalten. Tai Chi besteht aus einer festgelegten Abfolge choreografierter Bewegungen, einer sogenannten Form, die auswendig gelernt und präzise ausgeführt wird. Dies erfordert Koordination, Gedächtnisleistung und Disziplin.

2.2 Qi Gong: Die Kunst der Energiearbeit
Qi Gong bedeutet übersetzt „Energiearbeit“ oder „Qi-Kultivierung“ und ist ein Oberbegriff für eine Vielzahl verschiedener Praktiken: stehende Meditationen, einfache oder komplexe, sich wiederholende Bewegungsfolgen und Atemübungen. Viele Übungen sind so leicht, dass du sie auch im Sitzen oder Liegen ausführen kannst. Im Vergleich zu Tai Chi ist der Zugang somit sehr niedrigschwellig.
Qi Gong ist deutlich älter als Tai Chi. Die berühmten Acht Brokate (Ba Duan Jin) gehören zu den ältesten Qigong-Übungen und wurden bereits weit vor unserer Zeitrechnung praktiziert. Beim Qigong steht der medizinische Aspekt im Vordergrund. Es wird als Therapie- oder Rehabilitationsmaßnahme in chinesischen Kliniken eingesetzt. Die Übungen können beispielsweise für bestimmte Organe, Beschwerden oder Emotionen ausgerichtet sein. Qi Gong ist eine Methode zur Gesundheitsförderung, Meditation und Energiearbeit.
Dennoch gibt es Überschneidungen zwischen den beiden Praktiken. Die meisten Tai-Chi-Übungssysteme haben eigene, spezifische Qi Gong-Übungen, um bestimmte Aspekte der Praxis zu vertiefen. Gleichzeitig wurden Tai-Chi-Bewegungen in einige Qigong-Systeme integriert, beispielsweise in die 18 harmonischen Übungen (Shibashi), die in den 1970er Jahren von Professor Lin Hou Sheng am Qigong-Forschungsinstitut in Shanghai entwickelt wurden. Er war außerdem Pionier der Qi Gong-Narkose (vgl. Weinhold).

3. Was die Forschung über die Wirkung von Tai Chi und Qi Gong zeigt
Es gibt einige wissenschaftliche Studien, die die Wirkungen von Tai Chi und Qi Gong miteinander vergleichen.
3.1 Herzratenvariabilität: Das Nervensystem beruhigen
In einer Meta-Analyse untersuchten Larkey et al. (Heart and Mind, 2024) die Auswirkungen von Tai Chi und Qigong auf die Herzratenvariabilität (HRV). Die HRV ist ein objektiver Marker für das Gleichgewicht des autonomen Nervensystems und zeigt an, wie gut unser Körper zwischen Anspannung und Ruhe wechseln kann. In die Analyse flossen 16 Studien ein.
Das Ergebnis: Beide Praktiken steigern die parasympathische Aktivität (den Ruhemodus des Nervensystems) sowie die gesamte Variabilität des Herzrhythmus signifikant – ganz gleich, welche Praktik ausgeübt wird.
Wer regelmäßig Tai Chi oder Qigong übt, bringt sein Nervensystem messbar zur Ruhe. Der Körper lernt, nach Belastungen schneller in den Erholungsmodus zu wechseln. Diese Fähigkeit geht im stressigen Alltag oft verloren.
3.2 Psychische Gesundheit: Angst, Depression und Cortisol
Für beide Methoden liegen systematische Belege vor, dass sie Angst und Depressionen reduzieren und den Cortisolspiegel senken – Cortisol ist das wichtigste Stresshormon des Körpers. In einer Meta-Analyse (Frontiers in Psychology, 2021) untersuchten Liu et al. die Auswirkungen von Tai Chi und Qigong auf den psychologischen Status von Jugendlichen. Ausgewertet wurden zehn Studien mit insgesamt 1.244 Teilnehmern aus China, Portugal, Schweden und Korea.
Das Ergebnis: Beide Praktiken reduzierten nachweislich Angst und Depressionen bei Jugendlichen. Der Cortisolspiegel sank durch Qigong im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant. Für Stimmung und Selbstwertgefühl zeigte sich hingegen kein signifikanter Effekt. Die Autoren schlussfolgern, dass Qi Gong eine wirksame therapeutische Methode zur Verbesserung des psychologischen Wohlbefindens bei Jugendlichen ist. Eine vergleichbare Datenlage liegt auch für Tai Chi vor.
Regelmäßiges Üben wirkt sich somit nicht nur auf den Körper, sondern auch auf die Psyche aus. Das ist durch Blutwerte belegbar. Menschen, die gestresst sind, viel grübeln oder unter Angstzuständen leiden, können von beiden Praktiken profitieren.
3.3 Körperzusammensetzung und Gewicht
In einer systematischen Übersichtsarbeit und Meta-Analyse, die im „International Journal of Behavioral Medicine” (2018) veröffentlicht wurde, untersuchten Larkey et al. die Wirkung von Tai Chi und Qigong auf die Körperzusammensetzung. Ausgewertet wurden 12 Studien mit insgesamt 1.621 Teilnehmern. Die Meta-Analyse basierte dabei auf zwölf Studien, in denen die Teilnehmer der Kontrollgruppe körperlich inaktiv waren.
Im Vergleich zu körperlich inaktiven Kontrollgruppen zeigte sich ein kleiner bis mittlerer positiver Effekt auf den Body-Mass-Index. Damit sind beide Methoden keine Diätprogramme, sie unterstützen jedoch das Gewichtsmanagement als Teil eines gesunden Lebensstils.
Tai Chi und Qigong sind keine Methoden zum schnellen Abnehmen. Wer das erwartet, wird enttäuscht sein. Wer sie jedoch regelmäßig als Teil eines aktiven Lebensstils ausübt, kann damit seinen Körper langfristig in ein gesünderes Gleichgewicht bringen.
4. Tai Chi und Qi Gong im Vergleich mit anderen Bewegungsformen
Es gibt auch interessante Studien, die untersuchen, wie Tai Chi und Qi Gong im Vergleich zu westlichen Therapie- und Sportmethoden abschneiden. Wann lohnt es sich, das eine oder das andere zu üben?
4.1 Qi Gong vs. Physiotherapie bei chronischem Nackenschmerz
Rendant et al. (Spine, 2011) führten eine randomisierte, kontrollierte Studie mit 123 Teilnehmern, die unter chronischen Nackenschmerzen litten, durch. Das Durchschnittsalter betrug 46 Jahre, 88 Prozent der Teilnehmer waren Frauen und alle hatten seit mindestens drei Jahren Beschwerden. Die Teilnehmer wurden in drei Gruppen aufgeteilt: Gruppe 1 absolvierte 18 Qi-Gong-Einheiten über einen Zeitraum von sechs Monaten, Gruppe 2 eine mit Physiotherapie vergleichbare Übungstherapie und Gruppe 3 bildete die Kontrollgruppe ohne Behandlung.
Nach sechs Monaten war Qigong signifikant wirksamer als keine Behandlung. Die Übungstherapie zeigte ähnliche Verbesserungen. Im direkten Vergleich der beiden aktiven Gruppen zeigte sich kein klarer Unterschied, doch war die Studie für diesen Nachweis zu klein angelegt.
Eine Parallelstudie (Lansinger et al., Spine, 2007, 122 Teilnehmer, 12 Monate Follow-up) bestätigte, dass Qi Gong und Übungstherapie bei langfristigen Nackenschmerzen gleichwertige Verbesserungen hinsichtlich Schmerz, Funktionseinschränkung und Beweglichkeit erzielten.
Auch Tai Chi zeigt vergleichbare Ergebnisse: In einer randomisierten, kontrollierten Studie mit 114 Teilnehmern im Alter von durchschnittlich 49 Jahren, überwiegend Frauen mit chronischen Nackenschmerzen, zeigte ein zwölfwöchiger Tai-Chi-Kurs mit wöchentlichen Einheiten von 75 bis 90 Minuten signifikant bessere Ergebnisse als keine Behandlung (Lauche et al., Journal of Pain, 2016). Im Vergleich zu konventionellen Nackenkräftigungsübungen war Tai Chi weder überlegen noch unterlegen, sondern gleichwertig wirksam.
Wer unter chronischen Nackenschmerzen leidet, muss nicht zwingend zur Physiotherapie. Tai Chi und Qigong sind nachweislich genauso wirksam. Der entscheidende Vorteil dieser Methoden ist, dass sie ohne Fachpersonal praktiziert werden können. Gleichzeitig werden Stress und Anspannung reduziert, die oft mitursächlich für Nackenschmerzen sind.
Was bedeutet RCT?
RTCs sind randomisierte kontrollierte Studien (randomized controlled trial). Sie gelten als der „Goldstandard“ der wissenschaftlichen Forschung. Dabei werden die Teilnehmer zufällig (d.i. randomisiert) in zwei Gruppen eingeteilt (z. B. Tai Chi vs. kein Sport), um die Wirkung einer Methode ohne Verzerrung zu prüfen.
4.2 Qi Gong vs. Physiotherapie bei chronischem Rückenschmerz
Bei chronischen Rückenschmerzen ist das Bild differenzierter. In einer randomisierten, kontrollierten Nicht-Unterlegenheitsstudie (Blödt, Pach et al., European Journal of Pain, 2015) mit 127 deutschen Patienten im Durchschnittsalter von 47 Jahren mit Beschwerden seit mindestens drei Monaten wurde untersucht, ob Qi Gong der Übungstherapie ebenbürtig ist. Dabei wurden 12 Einheiten Qi Gong pro Woche über drei Monate mit 12 Einheiten Übungstherapie verglichen.
Zwar verbesserten sich beide Gruppen, die Gleichwertigkeit von Qigong ließ sich jedoch statistisch nicht belegen. Die Unterschiede zwischen den Gruppen waren nicht groß genug, um Qigong als gesicherte Alternative zur Übungstherapie bei Rückenschmerzen zu bestätigen.
Qi Gong ist nicht für alle Beschwerden gleich gut geeignet. Während die Beweislage bei Nackenschmerzen eindeutig ist, gibt es bei Rückenschmerzen weniger Belege. Das bedeutet jedoch nicht, dass Qi Gong hier nicht wirkt, sondern lediglich, dass die Forschung noch keine eindeutige Aussage erlaubt.
4.3 Tai Chi kombiniert mit Widerstandstraining
In der neunmonatigen Pilotstudie von Wayne et al. (BMC Complementary and Alternative Medicine, 2012) wurde bei 86 postmenopausalen Frauen mit Osteopenie untersucht, ob Tai Chi allein oder in Kombination mit anderen Maßnahmen die Knochendichte und sturzrelevante Gleichgewichtsparameter beeinflusst. Obwohl die Studie nicht auf den Nachweis statistischer Signifikanz ausgelegt war, zeigten sich positive Trends für Knochendichte und Gleichgewicht, die eine größere Folgestudie rechtfertigen.
Anschließend verglichen Wang et al. (Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine, 2015) über einen Zeitraum von 12 Monaten eine vereinfachte Variante des Tai-Chi-Widerstandstrainings mit traditionellem Tai Chi bei postmenopausalen Frauen. In beiden aktiven Gruppen blieb die Knochendichte der Lendenwirbelsäule stabil, während sie in der Kontrollgruppe sank. Der Trend zugunsten der kombinierten Variante war erkennbar, statistisch jedoch nicht gesichert.
Eine Meta-Analyse verschiedener Studien kommt zu dem Ergebnis, dass Tai Chi, das über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten praktiziert wird, die Knochendichte an der Lendenwirbelsäule, dem Femurhals und dem Trochanter (Knochenvorsprung am Oberschenkelknochen) im Vergleich zu Inaktivität signifikant verbessert. Für kürzere Zeiträume ist dieser Effekt nicht belegt.
Die Autoren führen die Kombinationswirkung darauf zurück, dass Widerstandstraining mechanischen Druck auf die Knochen ausübt und damit die Knochenneubildung anregt, während Tai Chi das Gleichgewicht, die Koordination und die neuromuskuläre Aktivität verbessert. Beide Methoden ergänzen sich auf biologischer Ebene.
Um seine Knochen langfristig zu schützen, ist es empfehlenswert, Tai Chi mit ein bis zwei Einheiten Krafttraining pro Woche zu kombinieren. Tai Chi allein ist bereits hilfreich, aber die Kombination wirkt auf zwei verschiedenen Ebenen gleichzeitig. Wichtig dabei ist, dass man geduldig ist. Effekte auf die Knochendichte zeigen sich erst nach mehr als sechs Monaten regelmäßiger Praxis.
4.4 Tai Chi und Qi Gong im Vergleich mit Sport
Im Vergleich zu herkömmlichem Ausdauertraining zeigen Tai Chi und Qi Gong bei vielen Kriterien ähnliche oder in bestimmten Bereichen überlegene Ergebnisse.
In einer prospektiven, randomisierten, 52-wöchigen Studie mit 226 Teilnehmern, die alle an Fibromyalgie erkrankt waren, wurden vier Tai-Chi-Gruppen mit unterschiedlicher Häufigkeit und Dauer eines Trainingsprogramms mit einer Ausdauertraining-Gruppe verglichen (Wang et al., BMJ, 2018). Alle Gruppen verbesserten sich. Bei gleicher Trainingshäufigkeit und -dauer war Tai Chi dem Ausdauertraining jedoch signifikant überlegen – je länger und regelmäßiger trainiert wurde, desto größer war der Unterschied. Wer also nicht nur kurz dabei bleibt, profitiert überproportional.
Im direkten Vergleich mit konventionellem Training schneidet Tai Chi in Bezug auf Gleichgewicht und Mobilität im Alter besonders gut ab. Eine Meta-Analyse von Li et al. (Frontiers in Public Health, 2023), die fünf Datenbanken auswertete, kam zu dem Ergebnis, dass Tai Chi konventionellen Übungen bei funktionaler Mobilität und Gleichgewicht bei älteren Erwachsenen ebenbürtig oder überlegen ist. Besonders wirkungsvoll waren Einheiten im Yang-Stil, die weniger als 20 Wochen umfassten.
Fünf systematische Übersichten fanden konsistente Verbesserungen der aeroben Kapazität durch Tai Chi, besonders bei vormals inaktiven Menschen.
Ältere Menschen, die ihre Balance trainieren möchten, sind mit Tai Chi am besten beraten, denn diese Sportart ist nachweislich besser geeignet als die meisten anderen. Bei Erkrankungen wie Fibromyalgie, bei denen intensives Training oft nicht möglich ist, kann Tai Chi sogar wirksamer sein als klassischer Ausdauersport. Der entscheidende Vorteil gegenüber beiden ist: Tai Chi und Qi Gong verbessern gleichzeitig Körper, Psyche, Schlaf und Stressresilienz – das leistet kein anderes Training in dieser Kombination.
5. Tai Chi oder Qi Gong: Was passt zu wem?
Zu klären bleibt noch die Frage, für wen Tai Chi und Qi Gong besser geeignet sind.
Tai Chi ist die bessere Wahl, wenn du:
Qigong ist die bessere Wahl, wenn du:
6. Mein persönlicher Blick auf Tai Chi und Qi Gong
Ich unterrichte den Wu-Stil des Tai Chi Chuan, eine der fünf klassischen Familientraditionen. Mich fasziniert nicht nur die gesundheitliche Wirkung, sondern auch die Vielschichtigkeit der Tai-Chi-Praxis: die Kombination aus Kampfkunst und Langsamkeit, die tiefe Verbindung von Körper und Geist, die sich erst nach Jahren vollständig erschließt, sowie das entspannende Gemeinschaftserlebnis, wenn ich Tai Chi in der Gruppe praktiziere. Tai Chi hat für mich diese besondere Qualität, dass man nie fertig ist. Man lernt immer.
Die Qi Gong-Übungen des Wu-Stils mit den fünf Vorübungen von Meister Ma Jiangbao sind eine gute Ergänzung und Vertiefung der langsamen Tai-Chi-Form. Sie vermitteln wichtige Prinzipien wie das Drehen des Oberkörpers und die Armspiralen und werden von meinen Teilnehmern als sehr wirksam bei Nacken- und Schulterverspannungen empfunden.
Wenn du noch nicht weißt, wo du anfangen sollst, komm einfach vorbei. In meinen Kursen beginnen wir immer mit Vorübungen, bevor wir uns einer Form widmen. So bekommst du von beidem etwas mit und kannst spüren, wohin dich die Praxis zieht.
7. Literaturangaben
Dieser Artikel beruht neben eigenen Anschauungen auch auf folgenden Quellen.
7.1 Artikel zum Vertiefen
Ba Duan Jin, Wikipedia-Artikel mit Abbildungen der Seidentuchübungen aus dem 2. Jahrhundert v. Chr.
Qigong, Wikipedia-Artikel mit Abbildungen des Seidentuchframents aus dem 2. Jahrtausend v. Chr.
Ulrike Weinhold: 18 Übungen der Harmonie
Mein Blogartikel: Geschichte des Wu-Stil Tai Chi Chuan
7.2 Wissenschaftliche Literatur
Blödt S, Pach D, Kaster T, Lüdtke R, Icke K, Reisshauer A, Witt CM. Qigong versus exercise therapy for chronic low back pain in adults–a randomized controlled non-inferiority trial. Eur J Pain. 2015 Jan;19(1):123-31. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24902673/
Jahnke R, Larkey L, Rogers C, Etnier J, Lin F. A comprehensive review of health benefits of qigong and tai chi. Am J Health Promot. 2010 Jul-Aug;24(6):e1-e25.
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3085832/
Rendant, Daniel MD; Pach, Daniel MD; Lüdtke, Rainer MSc; Reisshauer, Anett MD; Mietzner, Anna MD; Willich, Stefan N. MD, MBA, MPH; Witt, Claudia M. MD, MBA: Qigong Versus Exercise Versus No Therapy for Patients With Chronic Neck Pain: A Randomized Controlled Trial. Spine 36(6):p 419-427, March 15, 2011.
https://journals.lww.com/spinejournal/abstract/2011/03150/qigong_versus_exercise_versus_no_therapy_for.3.aspx
Lauche R, Stumpe C, Fehr J, Cramer H, Cheng YW, Wayne PM, Rampp T, Langhorst J, Dobos G. The Effects of Tai Chi and Neck Exercises in the Treatment of Chronic Nonspecific Neck Pain: A Randomized Controlled Trial. J Pain. 2016 Sep;17(9):1013-27. doi: 10.1016/j.jpain.2016.06.004. Epub 2016 Jun 23. PMID: 27345663.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27345663/
Lansinger B, Larsson E, Persson LC, Carlsson JY. Qigong and exercise therapy in patients with long-term neck pain: a prospective randomized trial. Spine (Phila Pa 1976). 2007 Oct 15;32(22):2415-22. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18090079/
Larkey L.K., James D., Belyea M., Jeong M., Smith LL. Body Composition Outcomes of Tai Chi and Qigong Practice: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. Int J Behav Med. 2018 Oct;25(5):487-501. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29856007
Larkey, Linda; James, Dara; Vizcaino, Maricarmen; Kim, Sunny Wonsun: Effects of Tai Chi and Qigong on Heart Rate Variability: A Systematic Review and Meta-Analysis. Heart and Mind 8(4):p 310-324, Oct–Dec 2024.
https://journals.lww.com/hhmi/fulltext/2024/08040/effects_of_tai_chi_and_qigong_on_heart_rate.7.aspx
Liu X, Li R, Cui J, Liu F, Smith L, Chen X, Zhang D.: The Effects of Tai Chi and Qigong Exercise on Psychological Status in Adolescents: A Systematic Review and Meta-Analysis. Front Psychol. 2021 Nov 24;12:746975. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34899487/
Li Y, Liu M, Zhou K, Dong G, Manor B, Bao D, Zhou J.: The comparison between effects of Taichi and conventional exercise on functional mobility and balance in healthy older adults: a systematic literature review and meta-analysis. Front Public Health. 2023 Dec 18;11:1281144. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38164444/
Wang H. et al.: Simplified Tai Chi Resistance Training versus Traditional Tai Chi in Slowing Bone Loss in Postmenopausal Women. ECAM, 2015.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26640503/
Wayne PM et al.: Impact of tai chi exercise on multiple fracture-related risk factors in postmenopausal osteopenic women. BMC Complement Altern Med, 2012.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22353423/
Wang C, Schmid C H, Fielding R A, Harvey W F, Reid K F, Price L L et al. Effect of tai chi versus aerobic exercise for fibromyalgia: comparative effectiveness randomized controlled trial, BMJ 2018.
https://www.bmj.com/content/360/bmj.k851
Simone Pohlandt ist Tai-Chi-Trainerin im Wu-Stil und 2. Vorsitzende des EWTC e.V. Sie gibt Kurse in Düsseldorf und online: www.tai-chi-im-park.de/kurse-workshops

